BAUin_Dezember2025

Vor einigen Jahren haben wir in Lünen-Brambauer in den Wohngebieten Espelweg 1–11 und Auf dem Kelm 30–32 mehrere Fledermauskästen aufgehängt. Diese Aktion war wertvoll, weil Fledermäusen oft geeignete Quartiere fehlen, wenn Siedlungen Wald- und Naturlandschaften verdrängt haben. Fledermauskästen bieten den Tieren neuen Unterschlupf und können dazu beitragen, dass sich ihre Populationen in Wohngebieten stabilisieren. WARUM FLEDERMÄUSE WICHTIG SIND Fledermäuse sind wertvolle Nützlinge: Sie fressen nachts große Mengen an Insekten, wie Mücken, Nachtfalter und an- dere Kleininsekten, und helfen so, das ökologische Gleichge- wicht zu erhalten – auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Von den in Deutschland nachgewiesenen 24–25 unterschied- lichen Fledermausarten, leben in Nordrhein-Westfalen 19–22 Arten, viele davon auch in Siedlungsnähe. Trotz der Artenvielfalt ist der Fledermausbestand empfindlich gegen- über Lebensraumverlust, Insektiziden und anderen Störungen. WARUM FLEDERMAUSKÄSTEN WICHTIG SIND Natürliche Quartiere wie alte Bäume mit Höhlen, Felsspalten oder Spalten in Gebäuden sind für die Tiere immer schwieriger zu finden. Mit Fledermauskästen können wir sie unterstützen. Dabei ist es wichtig, die Kästen an geeigneten Standorten anzubringen. Sie sollten windgeschützt und in einiger Höhe installiert werden. Ein stabiles Wärmeklima ist ebenfalls unerlässlich. Man darf jedoch nicht erwarten, dass die Fledermäuse sofort einziehen – manche Kästen werden erst nach Jahren angenommen. WAS KÖNNEN SIE TUN, WENN SIE DEN FLEDERMÄUSEN HELFEN MÖCHTEN? • Verzichten Sie, wenn möglich, auf chemische Pflanzen- schutzmittel im Garten oder auf dem Balkon; dadurch bleibt die Nahrungsgrundlage erhalten. • Pflanzen Sie blütenreiche, strukturierte Grünbereiche: Hecken, Stauden und eine kleine Totholz-Ecke ziehen Insekten an und schaffen Jagdstrukturen für Fledermäuse. • Reduzieren Sie Außenbeleuchtung: Grelles Licht stört jagende Fledermäuse; bewegungsabhängige oder abge- schirmte Beleuchtung ist besser. • Melden Sie Sichtungen: Besondere Beobachtungen, zum Beispiel viele Jungtiere, ungewöhnliches Verhalten oder verletzte Tiere, können Sie an den Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) melden. KURZ & KNAPP: FLEDERMÄUSE IN NRW Häufige Arten: Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Wasserfledermaus, Braunes Langohr Außerdem: Abendsegler und manche Mausohr-Arten Was sie fressen: Kleine nachtaktive Insekten (Mücken, Nachtfalter, Fliegen, Käferlarven) Wo sie leben: Spalten und Ritzen in Mauerwerk, Baumhöhlen, Stollen – und Fledermauskästen Wo sie jagen: Gärten, Parks, Gewässerränder und Hecken Besonderheiten: Fledermäuse wechseln innerhalb ihres Reviers, sehr häufig die Quartiere NOCH EIN WORT ZUR SICHERHEIT Fledermäuse meiden Menschen und sind für uns ungefährlich, solange wir sie nicht unnötig stören oder anfassen. Finden Sie ein verletztes Tier, kontaktieren Sie bitte den NABU, die Profis wissen, wie mit Fundtieren umzugehen ist. © lillitve - istockphoto.com Fledermäuse – Schutz der heimischen Nachtschwärmer DER GRÜNE BEREICH 10 BAU.in 12|25

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